Nach Ablauf der Mindestversicherungslaufzeit von drei Jahren hat jeder Versicherungsnehmer das Recht, seine private Krankenversicherung mit dem Ablauf des Kalenderjahres zu kündigen. Die Frist beträgt in aller Regel drei Monate, sodass die Kündigung bis zum 30. September eines Kalenderjahres beim Versicherungsunternehmen eingegangen sein muss.

Außerordentliches Kündigungsrecht des Versicherungsnehmers

Ausnahmen stellen Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen dar. In diesem Fall können Versicherungsnehmer das Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen und ihre Versicherung auch mitten im Jahr kündigen, sofern dies innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Anpassungen und spätestens einen Tag vor dem Inkrafttreten dieser Anpassungen geschieht.

Angestellte, die bislang mit ihrem Einkommen über der aktuellen Versicherungspflichtgrenze gelegen haben und diese nun unterschreiten, müssen Ihre private Krankenversicherung rückwirkend bis spätestens zwei Monate nach dem Wiedereintritt in die gesetzliche Pflichtversicherung kündigen. Bei Versäumnis werden Beiträge in der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung fällig.

Weitere Fälle, in denen eine außerordentliche Kündigung des Versicherungsnehmers möglich wird, ist der Eintritt in die gesetzliche Familienversicherung bzw. sobald der Anspruch auf Heilfürsorge besteht.

Tarifwechsel oft die günstigere Lösung

In der Regel ist ein Tarifwechsel bei der aktuellen privaten Krankenversicherung jedoch einer Kündigung vorzuziehen. Schließlich ist eine Rückkehr in eine gesetzliche Krankenversicherung nicht ganz unproblematisch. Auch der Wechsel in eine andere private Krankenversicherung kann Sie mitunter teuer zu stehen kommen: Immerhin kalkulieren neue Versicherer Ihren Tarif auf der Basis Ihres aktuellen Alters und einer Gesundheitsprüfung. Wer die private Krankenversicherung wechselt, muss also unter Umständen Risikozuschläge hinnehmen. Anders ausgedrückt: Bei einem Wechsel der privaten Krankenversicherung können Sie im Normalfall nur sparen, wenn Sie auch bereit sind, Leistungseinbußen in Kauf zu nehmen.

Außerordentliches Kündigungsrecht der privaten Krankenversicherung

Zwar besteht für eine Versicherung normalerweise kein Kündigungsrecht, um zu vermeiden, dass ältere oder chronisch kranke Mitglieder einfach „abgestoßen“ werden können. Doch sollten Sie sich auch nicht dazu verleiten lassen, beim Abschluss der neuen Versicherung falsche Angaben zu machen: Wenn Ihr Anbieter dahinter kommt, dass Sie ihn belogen haben, kann er Ihnen mit einer Frist von einem Monat kündigen bzw. vom Versicherungsvertrag zurücktreten und Sie sogar juristisch wegen vorsätzlicher bzw. arglistiger Täuschung belangen.

Wechsel der Krankenkasse mit finanziellen Einbußen

Ein weiterer Nachteil eines Wechsels der Krankenkasse besteht darin, dass Sie Ihre bereits geleisteten Altersrückstellungen aufgeben, sofern Sie Ihre aktuelle Versicherung vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben. Altersrückstellungen sind eine Art Bonuszahlung, die Sie in jungen Jahren leisten, um Ihren Beitrag im Alter konstant zu halten. Ein Wechsel der privaten Krankenversicherung macht also allenfalls bei Verträgen Sinn, die nach 2008 abgeschlossen wurden und die bereits über die Mindestversicherungslaufzeit hinaus Bestand haben.

Richtig kündigen

Wenn der Wechsel der Krankenversicherung für Sie alternativlos sein sollte, ist zu beachten, dass Sie die Kündigung auch tatsächlich aussprechen. Ein bloßes Hinweisen, dass Sie einen Vertrag mit einer anderen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung abgeschlossen haben, reicht nicht aus.

Die Kündigung hat in jedem Fall schriftlich zu erfolgen. Die Formulierung „hiermit kündige ich…“ darf in keinem Kündigungsschreiben fehlen. Im Falle einer Kündigung sollten Sie sich außerdem frühzeitig um einen neuen Versicherer kümmern. Sie müssen nämlich per Gesetz für einen lückenlosen Versicherungsschutz sorgen. Also erst die Bestätigung des neuen Versicherers abwarten und dann die aktuelle private Krankenversicherung fristgerecht kündigen.